Dienstag, 30. November 2010

Besuch in der Bullerei in Hamburg

Große Ereignisse werfen ihre Schatten meistens schon länger voraus. So war es auch mit unserem Besuch in der Bullerei. Den Gutschein für ein Überraschungmenü für zwei Personen, wurde mir bereits im Januar zu einem runden Geburtstag überreicht. Da die Anreise nicht so ohne ist, wurde lange überlegt und schließlich eine gute Lösung gefunden. Bei der Hamburger Verwandtschaft stand ebenfalls ein runder Geburtstag an und so wurde beschlossen, diesen Anlaß für einem gemeinsamen Besuch in der Bullerei zu nutzen. Der Tisch war lange reserviert, leider traten schon bei der Reservierung die ersten Probleme auf. Im Juni wollten sie nicht für 12 Personen reservieren und erst ab Anfang August die Reservierung entgegennehmen. Als die Verwandtschaft tat, wie geheißen, wurde erklärt, dass es gar keinen Tisch mehr gäbe. Am Ende war es immerhin möglich, für 8 Personen zu reservieren, trotzdem stellte sich bei uns ein leicht negatives Gefühl ein. Am Freitagabend machten mein Mann und ich uns dann trotzdem erwartungsvoll auf den Weg zur Bullerei. Wir wurden sehr freundlich begrüsst und gebeten unsere Garderobe abzulegen. Leider war das aber gar nicht möglich, da die Garderobe zu klein für alle Besucher ist. So mussten wir in voller Wintermontur an die Bar gehen, wo uns das Geburtstagskind schon freudig begrüßte. Nach einiger Zeit wurden wir endlich zu einem Tisch gebeten und waren sehr erstaunt, da wir an einem sehr kleinen Tisch mit Bistrostühlen Platz nehmen sollten. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass unser Tisch noch nicht frei sei, weil die Herrschaften den kompletten Hauptgang zurückgehen ließen. So mußten wir die Vorspeise an einem "Notbehelf" zu uns nehmen. Der Service war im Großen und Ganzen sehr gut, da gibt es nicht zu bemängeln. Mein Mann und ich hatten ja einen Gutschein für ein Überraschungsmenü, die anderen wählten a la carte.
Wir bekamen ein Schollenröllchen mit süß-saurem Kürbis, welches vorzüglich war
Jemand anderer bestellt Jacobsmuscheln auf Linsen.
Leider kann ich die genaue Bezeichnung der Gerichte nicht mehr nachvollziehen.
. Der Rest bestellte Büffelmozarella mit Rucola und Tomaten.  (Jeweils für 2 Personen) Der Büffelmozarella schmeckte fantastisch, nur leider lag er in einem klebrigen Batzen auf dem Ruccola und konnte fast gar nicht Portionsweise weggenommen werden. Einmal Brot mit verschiedenen Brotaufstrichen gab es auch noch, das schmeckte alles sehr gut.

Endlich konnten wir nun auch zu unserem richtigen Tisch wechseln. Da kam gleich Loungefeeling auf.
Zur Hauptspeise gab es für uns Rinderbäckchen auf Polenta und Perlzwiebeln.

Das Fleisch war so unglaublich zart, das zerschmolz auf der Zunge. Die Anderen wählten z.B. Lachs mit Salat und Röstzwiebeln.
Die Bedienung war immer aufmerksam und total zackig.

Zum Dessert gab es für mich und meinen Mann Griesflammerie mit Kardamon und Muscovadoeis  und einer Birne in Rotweinsoße.
Alles in allem, hat uns der Besuch in der Bullerei sehr viel Spaß bereitet.
Das Essen war vorzüglich- am Drumherum könnte noch gearbeitet werden.
Die Menükarten sind in sehr kleiner Schrift gedruckt, so daß einige Probleme
mit dem Lesen hatten - weil die richtige Brille gerade nicht parat war.
So waren die Toiletten zwar witzig, aber nicht unbedingt so, wie man es erwartet- die Sauberkeit liess etwas zu wünschen übrig- der begrenzte Platz in der Garderobe entspricht nicht dem Niveau des Restaurants.
Die Atmosphäre fand ich toll - es ist relativ relaxed, so dass man sich sehr
ungezwungen benehmen kann. Last but not least fand sogar ein Promi den Weg  in die Bullerei - Sascha wirkte sehr sympathisch - auch er mußte an einem winzigen Tisch Platz nehmen, da er scheinbar nicht vorbestellt hatte.
Jan Delay war auch da und noch jemand, der wohl ihn Hamburg recht bekannt ist. Schön, daß man fast ein Jahr nach dem Geburtstag noch so einen tollen Abend erleben darf.

Kommentare:

  1. Schöner Bericht!
    Die Vorspeise sieht tatsächlich etwas übersichtlich aus. Auch als ob sie nicht so ganz zum Rest des Menues gehören möchte, das sonst sehr stimmig wirkt. Wäre ich gerne dabei gewesen! Die weniger steife Atmosphäre bei dennoch sehr guter Küche gefällt mir auch.

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  2. Auch von mir: Schöner Bericht ;o) Das Essen sieht gut aus, nur wundert mich, wie man Mozzarella zu einem Klumpen bekommt. Ich kenne den eher schnittfest.

    Schade, dass das merkwürdige Reservierungssystem aus dem Weißen Haus offensichtlich beibehalten wurde. Ich fand das immer mühselig; letztlich hielt es mich damals davon ab, einen Tisch zu reservieren. Aber für eine kleine Personenanzahl kann man in der Bullerei auch online reservieren - so was finde ich wiederum sehr praktisch.

    Sascha wohnt "umme Ecke", wird öfter in den Lokalen in Schanze und Karoviertel gesichtet. Und ich möchte jetzt wissen, wer der dritte HHer Promi war *lach*

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  3. Der dritte HH- Vielleicht Promi- war Karl-Heinz Schwensen - der wohl früher unter einem wenig schmeichelhaften Namen bekannt war.
    Die anderen sagten, dass er von einem Opernsänger und einer Dame begleitet wurde. Ich habe ihn nicht erkannt, habe aber auch nicht so genau hingeschaut.

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  4. Ich bin übrigens dahinter gekommen, warum der Mozarelle so klumpig war. Es handelte sich nämlich um Burrata
    http://blog.gustini.de/delikatessen/kaese/burrata

    Ich würde allerding eine andere Servierweise wählen und den Käse in kleinen Häufchen auf den Teller setzen.

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